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Mehrtagesfahrt des Obst - und Gartenbauvereins

Regensburg und Umgebung war das Reiseziel in diesem Jahr. Früh starteten wir in einem nagelneuen Reisebus der Fa. Wahl in Richtung Südosten Deutschlands und der erste Stopp erfolgte bereits in Weibersbrunn zum reichhaltigen und vom Verein gesponserten Frühstück.
Unsere Unterkunft war ein erstklassiges Regensburger Altstadthotel, unweit von Dom und Marktplatz und außerdem optimaler Ausgangspunkt in jede Richtung dieser UNESCO-Welterbestadt mit seiner 2.000–jährigen Geschichte, aber jungen quirligen Stadt, da fast jeder fünfte Einwohner Regensburgs ein Student der dortigen Universität ist. Mit zwei versierten Stadtführerinnen besichtigten wir noch am Ankunftstag gemütlich und leicht zu Fuß etliche Innenstadtsehenswürdigkeiten und der Tag endete mit einem gemeinsamen Essen im Wirtshaus Hacker- Pschorr.

Ebenfalls mit einer sachkundigen Reiseleiterin unternahmen wir unseren ersten Tagesausflug in die Oberpfalz, im Nordosten des Freistaates Bayerns. Zuerst besuchten wir das Städtchen Cham, welches an einer Flussschleife des Regens liegt und es beeindruckt neben seinem historischen bedeutenden Stadtkern und einen Brunnen mit überraschenden Details.
Der Hauptdrehort für den Antikriegsfilm „Die Brücke" von Bernhard Wicki aus dem Jahr 1959 war die Silhouette der Stadt Cham mit der massiven Brücke, welche einen Nebenarm des Regens vor dem Biertor überspannt. In unmittelbarer Nähe der erneuerten Florian-Geyer-Brücke erinnert heutzutage noch ein Metallband mit Szenen aus diesem Welterfolgsfilm. Durch die Drachenstadt Furth im Walde, direkt an der Grenze zu Tschechien gelegen, unternahmen wir einen kurzen Spaziergang. Ruhetag hatte leider der Further Drachen, der größte vierbeinige Schreitroboter der Welt und in der dortigen Drachenhöhle ist dieses feuerspeiende Ungeheuer zu bestaunen. Während der Festspielzeit alljährlich im August kommt „Trandinno“ zum Einsatz, denn dann wird Deutschlands ältestes Volksschauspiel aufgeführt und beim Historischen Festumzug ist er die Hauptattraktion. Der nächste Stopp war ein geselliger, denn wir waren in der Bad Kötztinger Bärwurzerei. Edle Geiste und Brände usw. konnten probiert werden und etliche Reiseteilnehmer nutzten die Möglichkeit die selbsterzeugten Spirituosenspezialitäten günstig einzukaufen. Der in Bad Kötzting seit 600 Jahren traditionsgemäß ausgetragene berittene Kötztinger Pfingstritt geht auf ein Gelöbnis aus dem Jahre 1412 zurück. Dieser zählt zu den größten berittenen Bittprozessionen Europas, da an dieser reinen Männerwallfahrt über 900 Reiter in den überlieferten Trachten und auf prächtig geschmückten Pferden teilnehmen. Der ganze Ort schmückt sich unübersehbar mit dauerhaften Gemälden und Skulpturen von Ross mit Reiter am oder vor den Gebäuden.
In Chammünster besichtigten wir die Pfarrkirche Maria Himmelfahrt, welche im Mittelalter bis in die Neuzeit hinein eine beliebte Begräbnisstätte des regionalen Adels und der Chamer Bürgerschaft war. Dort sind noch viele alte Grabplatten und auf dem Friedhof dieser Pfarrkirche zahlreiche schmiedeeiserne Kreuze zu sehen. Ebenso ein Gebeinhaus, in dessen Gewölbe sich sauber aufgeschichtet eine nicht bekannte Anzahl von menschlichen Knochen und etwa 5000 Schädel aus dem Mittelalter befinden.
Tags darauf fuhren wir bequem per Bus zur Befreiungshalle, ein imposanter monumentaler Rundbau oberhalb der Stadt Kehlheim. Eine Gedenkstätte für die siegreichen Schlachten gegen Napoleon und als Mahnmal für die Einheit Deutschlands, welche König Ludwig vor über 200 Jahren errichten ließ. Unweit und idyllisch am Donaudurchbruch gelegen, befindet sich das Kloster Weltenburg mit der ältesten Klosterbrauerei der Welt. Das harmonische Nebeneinander von klösterlicher Kontemplation und sinnlichen Genüssen im schattigen Biergarten des Klosterhofes ist einmalig. Das berühmte Bier namens „Weltenburger Kloster Barock Dunkel“ ließen wir uns bei bestem Sommerwetter schmecken und wären gern länger dort verblieben, aber das Donauschiff erwartete uns pünktlich zur Abfahrt nach Donaustauf, etwa 10 Flusskilometer von Regensburg entfernt. Oberhalb von Donaustauf erhebt sich auf einem Hügel in hohes, die umliegende Landschaft beherrschendes Bauwerk, die Walhalla. Dieses klassizistische Monument in Gestalt eines von Säulen umgebenen Tempels entstand im Auftrag des bayerischen Königs Ludwigs I. und ist eines der bedeutendsten deutschen Nationaldenkmäler des 19. Jahrhunderts für berühmte Persönlichkeiten „teutscher Zunge“. Gegenwärtig umfasst die Sammlung 130 Marmorbüsten und 65 Gedenktafeln in der Ruhmeshalle.

Am vorletzten Reisetag fuhren wir wieder mit ortskundiger Fremdenführerin in den südlichen Bayerischen Wald u.a. durch die bekannten Orte Regen und Zwiesel bis zur teuersten Besichtigung der diesjährigen Mehrtagesfahrt: Bodenmaiser Glasparadies Joska. Eine riesige Auswahl von Dekorationsartikeln aus Glas und anderen Materialien, Geschenke in den Kategorien Tischkultur, Wohn- und Gartenaccessoires ist für jede Gelegenheit vorhanden. Kurz gesagt: für jeden Geschmack und Geldbeutel war etwas dabei. In der angrenzenden Schauwerkstatt lassen sich die Glaskünstler über die Schulter schauen und zeigen den Weg des Glases von der feurig-flüssigen Masse bis zum kostbaren Endprodukt. Nach dem anstrengenden Werkseinkauf konnte man sich im schattigen Biergarten bei Speis und Trank erholen. Nach einer kurzen Weiterfahrt vertraten wir uns die Füße am Großen Arbersee, fast versteckt in landschaftlicher Schönheit im Nationalpark Bayerischer Wald gelegen. Bis zur höchsten Erhebung des Bayerisch-Böhmischen Grenzmassives war der Große Arber per Bus schnell erreicht und von der Talstation aus konnten wir auf den Gipfel des beliebten Ausflugszieles schauen. Bevor wir unser letztes Tagesziel Straubing in Niederbayern erreichten, sahen wir das von weitem sichtbare und hoch über dem Donauufer gelegene Kloster Bogenberg, den ältesten Marien-Wallfahrtsort Bayerns und seit einer Legende aus dem 12. Jahrhundert finden dort regelmäßig Pilgerwallfahrten zum „Berg der heiligen Maria“ statt. Weiterhin erzählte uns die Reisebegleiterin von der Liebesgeschichte der Agnes Bernauer, welche sich im Mittelalter zutrug. Diese Liebe war nicht standesgemäß und nahm ein tragisches Ende. Das traurige Schicksal der Bernauerin wird alle vier Jahre im Schloss durch Laienschauspieler wieder in Szene gesetzt. Die alte Herzogsstadt Straubing ist gleich auf den ersten Blick hübsch, freundlich, charmant und begeistert ihre Besucher. Quirlige Plätze laden ein und man möchte gleich auf Spurensuche der zahlreichen Sehenswürdigkeiten gehen, aber dafür reichte die Zeit nicht. Es war nur ein Schnuppern um wiederzukommen. Vielleicht zum alljährlichen Gäubodenfest mit ca. 450.000 Besuchern? Wie an allen Tagen zuvor, sind wir wieder nachmittags in Regensburg angekommen und hatten noch genug Freizeit die Stadt auf eigene Faust allein oder in Grüppchen zu erkunden, zu speisen und den Tag in einem der vielen gemütlichen Gasthäuser, wie z-B. im Bischofsgarten nahe des Domes mit eigener Brauerei, ausklingen zu lassen.

Die Mehrtagesfahrt endete am fünften Tag mit vielen schönen Erinnerungen im Gepäck. Die Heimreise war kurzweilig, zumal die Entfernung von Regensburg nach Igstadt nur 400 km beträgt. Unser erster Vorsitzender Werner Lieser dankte Helmut Kittler, welcher für die gute Reiseplanung und Betreuung zuständig war, Carmen Kittler für den ausgezeichneten Bordservice, allen Mitfahrern, durch die diese Reise erst möglich wurde und letztendlich unserem Busfahrer Andreas für seine stets umsichtige und sichere Fahrweise. e.h.