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Brief eines Elternteils

Sehr geehrte Vereinsmitglieder,
sehr geehrte Mitglieder des Ortsbeirates Igstadt,
sehr geehrter Herr Stadtrat Nehrbaß,

ich möchte mit diesem Schreiben im Namen vieler Eltern der Peter-Rosegger-Schule, ihren Lehrern und Betreuern Stellung beziehen zu den zahlreichen Beiträgen Ihrerseits zum Schulerweiterungsbau und unseren dringenden Wunsch und Bedarf zu diesem Bau darstellen.

Erst einmal möchte ich mein Verständnis für den Ärger der Vereine über die Vorgehensweise bei der Beteiligung aller zu diesem Projekt äußern. Hier gilt es aber zukünftig im Planungsprozess etwas zu ändern (was der Stadt obliegt – Bürgerbeteiligung vorab usw.). Wir sind hierzu nicht Ihr Ansprechpartner.

Leider ist bei der Vielzahl der Beteiligten eine Befragung aller nicht möglich! Und selbst wenn man dies täte, wäre wahrscheinlich immer Einer anderer Meinung.
Auf das Empfinden „unserer Seite“, über die Wichtigkeit/Meinung dieses Platzes für Igstadt bzw. deren Vereine, komme ich später zu sprechen.

Zuerst galt es für Stadt und Schule den Bedarf nach mehr Platz an der Igstadter Schule, in einem Erweiterungsbau zu planen und zügig umzusetzen (Öffentliches Interesse ist hier dem Vereinsinteresse übergeordnet).
Eine Wahrung des Platzes an der Linde ist unumstritten, - jedoch mit Abstrichen/Veränderungen - FÜR UNSERE IGSTADTER KINDER, die mehr Raum brauchen, um sich entwickeln zu können.

Nun darf ich mal den Bedarf der Schule/Betreuung vorstellen:
⁃ der Schule fehlen nach Wiesbadener Standard ca. 600qm, das ^ entspricht 10 Klassenräumen, darunter
3 Differenzierungsräume
⁃ 1 Aula
⁃ 1 Elternsprechzimmer
⁃ 1 Arztzimmer
⁃ 1 Sekretariat
⁃ 1 Lehrerzimmer
⁃ 2-3 Betreuungsräume
( bisher Unterbringung in 2 viel zu kleinen Containern - nicht mehr zulässig! 70 Betreuungskinder mit Warteliste wg. fehlender Plätze)
⁃ 1 Betreuungsbüro (bisher an einem Schreibtisch im Container)
Diese Räume fehlen der Schule bislang und werden nur durch beengte Kompromisse kompensiert. Die Pläne des Erweiterungsbaus können all dies abbilden (inklusive Erhalt des Schulhofs) unter Berücksichtigung der Beibehaltung des Platzes an der Linde mit neuem Flair.

Das Wohl unserer Kinder und der Menschen, die in dieser Schule arbeiten, sollte mehr Wert sein, als eine schöne Aussicht oder ein verminderter Lichteinfall auf dem diskutierten Platz!

Letztendlich kann der Platz, wenn man ihn nicht nur abwertend als Vorplatz der Schule ansieht, als Begegnungsstätte zwischen Jung und Alt verschönert und auch so genutzt werden.

Hierzu könnte ich mir im Zuge der Ganztagsschule eine regelmäßige Geschichtsstunde vorstellen, z.B. von Mitgliedern des Heimat- und Geschichtsvereins ausgerichtet. So würde die Geschichte in der Zukunft, nämlich unseren Kindern/Enkelkindern, weiterleben.
Ich würde mich als Mutter freuen, so in Zukunft von Vereinen aus Igstadt etwas zu erfahren und nicht durch Gegenstimmen zu einem unbedingt nötigen Erweiterungsbau.
Es könnten rund um den Erweiterungsbau gemeinsame Ideen für die Gestaltung und Nutzung dieses Platzes erarbeitet werden.
Einer Kooperation von Schule und Vereinen steht hier zukünftig sicher nichts im Wege!

Igstadt lebt von seinem guten Ruf! Es ist laut vielen Immobilien-Maklern einer der beliebtesten Vororte Wiesbadens. Diesen Ruf hat es unter anderem auch seit etlichen Jahren der fantastischen Grundschule zu verdanken. Es lockt viele junge Familien hier her und der Bau kann den Ruf nur stärken!

Vereine leben von Ihren nachrückenden Mitgliedern und natürlich, die Geschichte Igstadt's im Hinterkopf bewahrend, ist die Zukunft und damit unsere Kinder sehr wichtig. Deshalb ist eine Veränderung im Sinne der jungen Generationen, (und davon kommen noch viele.......), des Platzes an der Linde nötig!
Wir brauchen diesen Bau und ich denke keiner möchte verantwortlich sein für fortlaufende schlechte Bedingungen in einer Grundschule.
Auch im privaten Immobilienbereich ist es üblich(wenn möglich) anzubauen wenn aus Platzmangel nicht mehr alle Familienmitglieder im Haus Platz haben. Das kennen Sie vielleicht aus eigener Erfahrung.

Vom bisherigem Charme dieses Platzes, kann ich persönlich hier leider nicht sprechen und eine aktive Nutzung durch Vereine, außer an der Kerb konnte ich, sowie viele andere, bisher nicht feststellen.
Ich sehe die Barock Kirche und den Wasserturm (auch ersichtlich aus der Ferne) als unbedingte Wahrzeichen von Igstadt.
Aber die historische Bedeutung dieses Platzes als Wahrzeichen Igstadts aufrecht zu erhalten, ist für mich als Igstadterin nicht wichtiger, als das zukünftige Wohl unserer Kinder in der Schule.

Überall bedarf es an mehr Raum, in Städten, in Schulen.
Kurze Statistik(Internet): 60% der Mütter in Deutschland arbeiten, 42% der berufstätigen Alleinerziehenden arbeiten in Vollzeit, 91% der Kinder von berufstätigen Müttern sind froh, dass ihre Mutter arbeitet. Sie erkennen hier den Betreuungsbedarf vieler Familien.

Als Reaktion auf veränderte Familienstrukturen, Berufstätigkeit beider Elternteile, sowie weiterer sozialer und räumlicher Bedingungen in der Lebenswelt der Kinder BRAUCHEN UNSERE KINDER DEN ERWEITERUNGSBAU!!! Lasst uns die Lernbedingungen unserer Kinder und Enkelkinder verbessern und so unseren Teil zum Bildungsauftrag beitragen.

Die Schönheit des Platzes (wofür sich der Obst -und Gartenbauverein in Igstadt einsetzt) liegt im Sinne des Betrachters und wieso bedeutet denn offenbar der Neubau, dass der Platz nicht schöner werden kann?

Schulpflicht und Bildungsauftrag sind ganz objektive, gesetzliche Verpflichtungen, denen wir in möglichst „schöner“ Atmosphäre nachkommen müssen/sollten, nämlich durch den Bau!

Ich hoffe ich konnte das Wohl unserer Kinder und Enkelkinder in den Vordergrund rücken und plädiere an Ihr Verständnis und die Nächstenliebe.

Wir Eltern freuen uns auf den bewilligten Erweiterungsbau und sind gespannt auf die schöne Zukunft des Platzes an der Linde und die gemeinsame Nutzung mit den Vereinen von Igstadt.

Vielen Dank das Sie alle Igstadt damit aufwerten!

Mit freundlichen Grüßen



Catrin Saalfrank